- Das Einkommen der Lehrer war in der Regel mehr als ärmlich. Häufig musste der Schulmeister noch andere Tätigkeiten ausüben, um für den Lebensunterhalt seiner Familie aufkommen zu können. Dazu gehörte das Musizieren bei Hochzeiten und festlichen Anlässen, aber auch der Beruf des Schankwirtes wird erwähnt. Die unzureichende Besoldung führte manchmal zu skurillen Verhältnissen. In einem Nachbarort hielt z. B. der Lehrer in einer Schulklasse gleichzeitig seine Hühner.
- Ab 1700 wurden die Pfarrer zu Schulinspektoren bestellt. Sie sollten in regelmäßigen Zeitabständen den Unterricht des Lehrers visitieren. Die äußeren Schulangelegenheiten nahm der Schulvorstand wahr, dessen engerer Vorstand in der Regel vom Amtmann und Pfarrer gebildet wurden.
- Bis in das 18. Jahrhundert gab es für Lehrer der Volksschulen keine verpflichtende Ausbildung. Häufig entstammten sie Familien, in denen sich über mehrere Generationen die Schulmeisterstelle vom Vater auf den Sohn vererbte.
- 1782 wurde in einer Verordnung festgesetzt:
--> Schullehrer dürfen kein Nebengewerbe treiben
--> alle Kinder vom 5ten oder 6ten bis zum vollendeten 14ten Lebensjahr sind schulpflichtig
--> arme Schulkinder sind unentgeldlich zu unterrichten
--> zur Befähigung der Lehrer soll eine Normalschule errichtet werden.
- Diese Normalschule (zur Lehrerausbildung) wurde 1783 in Münster errichtet und von dem Pädagogen Bernhard Overberg geleitet. Bald gab Overberg eine erste Fibel, ein ABC-Buch heraus.
- 1826 wurde die Normalschule von den neu eingerichteten Lehrerseminaren abgelöst.
- 1792 wurde in Wessum die alte Schule an der Ostseite verkauft und danach als Pferdestall genutzt. Vorübergehend hatte man geplant, das "Schulzimmer" im Oratorium (Kriegergedächtniskapelle) unterzubringen. Schließlich wurde aber doch eine neue Schule - eine Knabenschule - an der Nordseite gebaut.
- 1830 erfolgte eine Erweiterung um einen zweiten Raum - die "Mädchenschule".
- Dieser "Schrieve-Kasten" der Familie Johannes Witte ist ein hölzerner Schultornister und hat ein Alter von ca. 200 Jahren. Er enthielt früher die wenigen Schreibutensilien wie z. B. Schreibheft, Katechismus, vielleicht eine Tafel mit Griffelkästchen. Bevor es richtige Schulgebäude gab, haben die Kinder wahrscheinlich diesen Holzkasten als Schreibunterlage benutzt. Ein Schüler, der dann ewas "auf dem Kasten" hatte, konnte gut lernen.